Bearbeitungsstand: 21.06.2017

Das KZ-Außenlager Lübberstedt-Bilohe

Von Auschwitz nach Lübberstedt-Bilohe

Logo des Arbeitskreises

Zurück zur Startseite!

Die Gefangenen in den Konzentrationslagern boten ein unerschöpfliches Reservoir an Arbeitskräften. Um die Arbeit in Rüstungsindustrie und kriegswichtigen Betrieben nicht zum Erliegen kommen zu lassen, wurden in der Nähe solcher Betriebe Außen- und Nebenlager der KZs eingerichtet. In Bilohe, am südlichen Rand des Muna-Geländes, entstand so das Außenlager des KZ Neuengamme, das 30 km südlich Hamburgs in einer Ziegelei ab 1940 eingerichtet worden war.

Bilohe Plan

Eine Gruppe von 500 jüdischen Ungarinnen kam nach drei Tagen Fahrt Ende August 1944 in Lübberstedt-Bilohe an. Die Frauen waren im KZ Auschwitz-Birkenau für diesen Transport selektiert worden.[In dem Buch Lw. 2/XI - Muna Lübberstedt, S. 141 - 146 wird die Geschichte von drei ungarischen Jüdinnen nachgezeichnet.] Bis der Zug losfuhr dauerte es aber - Waggons mussten zur Verfügung stehen, und das Bahnnetz bis zum Bestimmungsort musste intakt sein, es gab zu diesem Zeitpunkt viele Zerstörungen.

„Jeder lebte in großer Angst, da das Bewusstsein vorherrschte, daß 'wir auf unsere Reise ins Krematorium warteten'. ... Schließlich schlossen sich die Türen, und die Züge fuhren in eine neue Ungewißheit.“
[Lw. 2/XI - Muna Lübberstedt, S. 108]

Das Lager in Bilohe war keine neue Unterkunft. Bevor die Ungarinnen hierher kamen, hatten bereits Ostarbeiterfamilien aus der Ukraine hier gelebt. Die Baracken waren 1941 von einem Luftwaffenbaubataillon errichtet worden.


Zurück zur Startseite!

Weiter mit dem nächsten Kapitel!

Literatur: Barbara Hillmann, Volrad Kluge, Erdwig Kramer: Lw. 2/XI – Muna Lübberstedt – Zwangsarbeit für den Krieg. Unter Mitarbeit von Thorsten Gajewi und Rüdiger Kahrs. Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 3-86108-254-3.

CD DIE MUNA LÜBBERSTEDT - EIN RELIKT DES II. WELTKRIEGS, eine Dokumentation des Arbeitskreises Muna Lübberstedt e.V., erhältlich beim Arbeitskreis