Bearbeitungsstand: 21.06.2017

Geschichte des Arbeitskreises MUNA Lübberstedt

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Im Frühjahr 1988 beteiligte sich der Schüler Henning Bollinger (Axstedt) an einem Schülerwettbewerb der Landeszentrale für Politische Bildung. Im Rahmen der Gedenktage "50 Jahre Kriegsbeginn" wurde das Thema "Zwangsarbeiter in der Muna" durch eine kirchliche Gruppe aufgegriffen. Sie erinnerte an die NS-Zeit mit einem Gedenkmarsch. Im Januar 1992 fanden sich Volrad Kluge, Barbara Hillmann, Erdwig Kramer und Heinrich Oetting zu einem Arbeitskreis zusammen. Im Laufe des Jahres kamen Thorsten Gajewi und Rüdiger Kahrs dazu. Die Veröffentlichung des Buches ''Lw. 2/XI Muna Lübberstedt Zwangsarbeit für den Krieg'' 1995 führte am 29.1.1996, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - Holocaustgedenktag, zur Gründung des Vereins. Nach dem Tod Kluges im Februar 1999 übernahm Helmut Lubitz den Vorsitz des Vereins. Ihm folgte Erdwig Kramer.

Es gab Besuche des Arbeitskreises in Israel, Warschau, Kressbronn am Bodensee, um ehemalige Häftlinge zu treffen. Außerdem hielten die Mitglieder des Arbeitskreises MUNA Kontakt zu dem Forschungskreis "Stammlager X B" in Sandbostel.


Im Frühjahr 1994 übernahm der Arbeitskreis die Pflege der Anlage auf dem Friedhof Lübberstedt mit Gedenkstein und Gemeinschaftsgrabanlage.

Grabanlage in Lübberstedt

Hier sind 3 jüdische Frauen, 1 Ostarbeiterin, 1 Ostarbeiter und 7 Kinder bestattet und 1989 zu einer Gemeinschaftsanlage vereinigt worden, die vom AK MUNA gepflegt wird. 1997 hat der AK ihre Namen ermittelt und sie auf 2 Namenssteinen meißeln lassen. Mit dem Namen haben sie auch ihre Würde wieder erhalten. Die Steine stehen jetzt vor dem Gedenkstein mit der Inschrift:
ERINNERT EUCH
HIER RUHEN
ZWANGSARBEITER
MÄNNER FRAUEN
KINDER

Auf den beiden Tafeln vor dem Gedenkstein sind die Namen der Opfer des KZ-Außenlagers Bilohe verzeichnet: Michael Zjaschtschenko (1919 - 1943), Fani Pavel (1915 - 1944), Rexfin Weiss (1910 - 1945), Sari Katz (1920 - 1945), Etel Jezkovits (1926 - 1945), Leonit Prostschenko (1944 - 1944), Natalie Kuleschenko (1943 - 1944), Vitalei Tazuk (1943 - 1944), Antonia Sorokina (1937 - 1944), Katja Oksenjuk (1943 - 1944), Wigtor Noska (1943 - 1944) und Walentin Tschernenko (1944 - 1944)


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Literatur: Barbara Hillmann, Volrad Kluge, Erdwig Kramer: Lw. 2/XI Muna Lübberstedt Zwangsarbeit für den Krieg. Unter Mitarbeit von Thorsten Gajewi und Rüdiger Kahrs. Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 3-86108-254-3.

CD DIE MUNA LÜBBERSTEDT - EIN RELIKT DES II. WELTKRIEGS, eine Dokumentation des Arbeitskreises Muna Lübberstedt e.V., erhältlich beim Arbeitskreis